Der Wind traf uns, sobald wir aus dem Wald traten. Unter uns erstreckte sich die Hocheifel in alle Richtungen — sanfte Hügel in Rost- und Goldtönen, so ein Herbstpanorama, das man nicht so schnell vergisst. Es war Ende Oktober 2023, und ich war nach Westdeutschland gefahren, um mich mit Bernd von Rheinland Outdoor und Flo von Naturabenteuer für eine Übernachtung draußen zu treffen. Keiner von uns kannte diesen Platz vorher, aber manchmal sind die besten Camps die, auf die man zufällig stößt.

Lager aufschlagen#
Wir fanden unseren Spot auf einer Kuppe mit einer Aussicht, die uns alle kurz verstummen ließ. Nur Wind, schwindendes Tageslicht und ein endloser Horizont. Da weiß man, dass der Platz stimmt.


Ich spannte mein DD Tarp 3x3m im A-Frame auf — nichts Ausgefallenes, aber bei dem auffrischenden Wind wollte ich was Stabiles. Darunter kam die Bundeswehr-Unterlegmatte “Elefantenhaut” und darauf meine Exped Synmat UL. Die Kombination ist nicht die leichteste, aber auf kaltem Boden macht sie einen echten Unterschied. Bernd und Flo bauten ihre Shelters in der Nähe auf, und bald stand ein richtiges kleines Camp.
Bevor das Licht komplett weg war, sammelten wir stehendes Totholz und verarbeiteten es mit der Terävä Skrama 240. Das Ding frisst sich durch trockenes Hartholz wie nichts — ein paar Runden Batoning und wir hatten genug Brennmaterial für Abend und Morgen sortiert. Es hat was Meditatives, Feuerholz vorzubereiten, wenn kein Stress ist. Drei Leute, die in entspannter Stille arbeiten, während der Himmel sich orange färbt.
Abendessen mit Aussicht#
Das Feuer brannte schnell. Zum Abendessen warf ich Steaks in die Vildmarks-Pfanne — die große, die perfekt ist, wenn man für mehrere Leute kocht. Das Gusseisen wird über offener Flamme richtig heiß, und die Kruste auf den Steaks war genau richtig.




Wir aßen auf Baumstämmen sitzend, mit Blick über das Tal, während das letzte Licht verschwand. Einfaches Essen, gute Gesellschaft, absurde Aussicht. Schwer zu toppen.
Die Temperaturen fielen schnell, sobald die Sonne weg war. Ich war froh, die Helikon-Tex Alpha Tactical Grid Fleece-Jacke eingepackt zu haben — die greife ich bei Herbsttouren mittlerweile fast automatisch. Nicht sperrig, aber sie hält die Wärme gut, besonders unter einer Windschicht. Die Nacht wurde richtig kalt und böig, das Tarp flatterte hin und wieder, aber im Carinthia TSS Inner schlief ich trotzdem ordentlich.


Wärme am Morgen#
Aus dem Schlafsack in einen kalten, windigen Oktobermorgen kriechen — nicht gerade jedermanns Lieblingsmoment. Aber Kaffee löst die meisten Probleme. Ich machte die Bestargot Titan French Press fertig — Titan hält das Gewicht im Rucksack niedrig, und der Kaffee daraus ist Welten besser als Instant. Während der zog, kochte ich eine würzige Bohnenpfanne zum Frühstück: Dosenbohnen, Zwiebeln, ordentlich Chili, alles in der Vildmarks eingekocht, bis es dick und blubbrig war. Flo und Bernd kamen mit ihren Bechern rüber, und innerhalb von Minuten waren wir alle von innen aufgewärmt und redeten über den nächsten Trip, bevor dieser überhaupt vorbei war.

Das ist das Ding an solchen Overnightern. Man braucht keine Woche in der Wildnis. Eine Nacht, gute Leute, ein solides Feuer und eine Aussicht — das reicht zum Runterkommen. Die Hocheifel hat mich überrascht. Ich komme wieder.
Verwendete Ausrüstung
Bundeswehr
Elefantenhaut - Bundeswehr Unterlegmatte
Exped
Exped Synmat UL
Carinthia
Carinthia TSS Innenschlafsack
DD Hammocks
DD Tarp 3x3m Camo
Opinel
Opinel N08 Karbonmesser
Stabilotherm
Jägerpfanne XL
Hydrapak
Hydrapak Seeker 3L Wasserbeutel
Bestargot
Bestargot Titan French Press
Light my Fire
Titan Spork
Terävä
Skrama 240

Helikon-Tex
Helikon-Tex Bergen Backpack
Helikon-Tex
Alpha Fleecejacke
UF Pro
P-40 All-Terrain Hose
Lowa
Renegade GTX Mid

