Manchmal sind die besten Touren die einfachsten. Kein mehrtägiges Abenteuer, keine aufwendige Vorbereitung — nur eine kurze Wanderung, ein guter Sitzplatz und eine warme Mahlzeit direkt aus der Dose. Auf diesem Tagesausflug durchs Bergische Land habe ich eine Technik ausprobiert, die erstaunlich gut funktioniert: Thunfisch direkt in der Dose erhitzen und die Restwärme anschließend zum Kaffeekochen nutzen.

Der Thunfischdosen-Kocher — Einfach und effektiv#

Die Idee hinter dem Thunfischdosen-Kocher ist denkbar simpel. Man nimmt eine Dose Thunfisch in Öl — das Öl ist hier der entscheidende Faktor, denn es dient gleichzeitig als Bratfett und als Brennstoff. Den Deckel teilweise öffnen, die Dose auf eine stabile Unterlage stellen und das Öl entzünden. Ich habe dafür mein ClawGear Sturmfeuerzeug benutzt, das auch bei Wind zuverlässig funktioniert.
Sobald das Öl brennt, entsteht eine ruhige, gleichmäßige Flamme. Während der Thunfisch von unten durchheizt, habe ich vor Ort eine kleine Zwiebel und eine Tomate klein geschnitten und zusammen mit etwas Salz, Pfeffer und Paprika auf den Fisch gegeben. Nach wenigen Minuten blubbert alles leise vor sich hin, die Zwiebel ist weich, und es duftet überraschend gut für eine einfache Dosenmahlzeit. Gegessen habe ich direkt aus der Dose mit einem Titan-Spork — kein zusätzliches Geschirr, kein Abwasch.
Der eigentliche Trick kommt danach. Die Dose bleibt nach dem Erlöschen der Flamme noch eine ganze Weile heiß. Ich habe meinen Edelstahlbecher mit Deckel mit Wasser gefüllt und direkt auf die leere Thunfischdose gestellt. Die Restwärme hat das Wasser auf eine ordentliche Temperatur gebracht — kein sprudelndes Kochen, aber heiß genug für einen soliden löslichen Kaffee. Zwei Nutzungen aus einer einzigen kleinen Flamme. Genau diese Effizienz schätze ich auf kurzen Touren, bei denen ein komplettes Kochersetup überdimensioniert wäre.

Der Dreibein-Hocker — Bequem sitzen mit Bordmitteln#
Während der Thunfisch vor sich hin brutzelte, saß ich bequem auf einem selbstgebauten Dreibein-Hocker, den ich bei einem früheren Ausflug angefertigt hatte. Es ist ein einfacher Stuhl aus drei Beinen, die mit einem Schneckenbohrer verbunden und mit wenigen Sägeschnitten angepasst werden. Den kompletten Bau habe ich ausführlich in einem eigenen Beitrag über den Dreibein-Hocker beschrieben. Eine vernünftige Sitzgelegenheit im Camp macht einen spürbaren Unterschied — besonders wenn man vorhat, in Ruhe zu essen und die Stille zu genießen.
Ausrüstung für die Tagestour#
Bei einem Tagesausflug wie diesem halte ich den Rucksack bewusst leicht. Alles passte in meinen Savotta Jäger M, der mit dieser Art Beladung problemlos zurechtkommt. Die Trinkflasche — eine Nalgene Edelstahlflasche — steckte in einer OneTigris Flaschentasche an der Außenseite. Außerdem hatte ich meine Silky Gomboy Outback 240 Klappsäge dabei, hauptsächlich um etwas Holz fürs Feuer zu bearbeiten, und mein Joker Bushcrafter Messer mit integriertem Feuerstahl für kleinere Schneidarbeiten.
Nichts davon ist exotisch oder besonders teuer, und genau das ist der Punkt. Eine Tagestour braucht kein kompliziertes Setup. Eine Dose Thunfisch, etwas frisches Gemüse, ein Feuerzeug, ein Becher und ein bequemer Platz im Wald — das reicht für einen gelungenen Nachmittag.
Weniger ist mehr#
Der Thunfischdosen-Kocher ersetzt auf längeren Touren kein richtiges Kochsystem, aber für eine kurze Tagestour ist er kaum zu schlagen. Minimales Gewicht, keine Gaskartusche, und als Abfall bleibt eine einzige leere Dose, die man wieder mitnimmt. Zusammen mit einem handgefertigten Stuhl und einer Tasse Kaffee wird aus einem einfachen Waldspaziergang etwas, an das man sich gern erinnert.
Wenn du die komplette Tour ansehen möchtest, findest du das Video hier: https://youtu.be/8TwwPABRhbE.

