Minus 8 Grad, gefrorener Boden und eine mittelalterliche Burgruine hoch über dem Hahnenbachtal: Für unser Winterlager ging es auf die Schmidtburg im Hunsrück. Die Burg lässt sich offiziell zum Übernachten buchen, bei diesen Temperaturen hatten wir die Anlage aber komplett für uns. Schon beim Ankommen war klar, dass dieses Wochenende mehr Wintercamping als Spaziergang wird: kalte Finger, Raureif auf den Rucksäcken und ein Berg Feuerholz, der erst noch gesammelt werden wollte.

Ankommen an der Burg: Feuerholz, Kälte und echtes Winter-Setup#


Der Start war pragmatisch. Holz sammeln, Feuerstelle vorbereiten, Lager aufbauen. Bei Minusgraden entscheidet die Vorbereitung über den Abend, also stand das Feuer, bevor die Dämmerung kam. Die Setups in der Gruppe waren gemischt: Zelte direkt an der Burgmauer, dazu offene Schlafplätze unter freiem Himmel. Sobald das Feuer brannte, kam Leben ins Camp. Wir haben geschnitzt, Stockbrot gebacken und die ersten heißen Getränke in der Hand gehalten. Genau diese Mischung mag ich am Bushcraft: draußen ist es hart, am Feuer wird es sofort ruhig.
Tagsüber haben wir uns die Burgruine genauer angeschaut. Die Schmidtburg gehört zu den ältesten Burganlagen im Hunsrück, urkundlich taucht sie schon 1084 auf, und um 1800 hat sich hier der Schinderhannes vor den Gendarmen versteckt. Im Winter hat die Anlage eine ganz eigene Stimmung: still, klar, fast zeitlos. Man hört Wind, Schritte auf kaltem Stein und sonst sehr wenig.

Mit dabei waren Andreas, Philipp, Sascha, Timo, Heike & Peter, Bernd, Angie und Tobias. Solche Touren leben von der Gruppe, jeder bringt Erfahrung und Humor mit. Wenn du magst, schau bei einigen direkt vorbei: bei Heike & Peter, Bernd und Angie.
Eisbaden bei Minusgraden und warme Wraps am Feuer#
Andreas und Sascha sind bei Minusgraden ins Wasser gegangen. Eisbaden stand bei mir nie ernsthaft auf dem Plan, und schon beim Zuschauen wurde mir kalt. Respekt an die beiden. Abends gab es dafür warme Wraps für alle: Hähnchen und Hackfleisch aus der Jägerpfanne, dazu frisches Gemüse, Käse und ein Tisch voller Zutaten zum Selberfüllen. Gewürzt habe ich wie immer aus der Gewürztasche, drei Flaschen reichen mir am Lagerfeuer völlig.


Kalte Nacht, klarer Morgen und ein sauberes Ende#
Die Nacht war dann genau das, was man bei -8 °C erwartet: kalt, klar und still. Ich habe im Carinthia Observer geschlafen, der als Biwaksack auch bei diesen Temperaturen einen soliden Job macht. Morgens lag Frost auf den Zelten an der Burgmauer. Nach Kaffee und Frühstück haben wir das Lager abgebaut und den Platz so verlassen, wie wir ihn vorgefunden haben.
Wenn du selbst über eine Übernachtung auf der Schmidtburg nachdenkst: Die Burg kann fürs Camping gebucht werden, im Hahnenbachtal bei Schneppenbach. Im Winter brauchst du ein Setup für Minusgrade und genug Feuerholz, dafür hast du eine der größten Burgruinen der Region fast für dich allein.

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Wenn du die komplette Tour ansehen möchtest, findest du das Video hier: https://youtu.be/fRK2N7LE_no.
